Geschichte

Historisch gesehen, oder wie es geschah...

Es war im Jahre 1913, als der Schneidermeister Josef seine Barbara ehelichte. Als sich bald herausstellte, dass das Schneiderhandwerk gerade auch in dieser Zeit eben keinen goldenen Boden hatte, wusste unsere Oma Bömer mal wieder Rat. Es entstand eine kleine Pension, die den Reisenden zu der immer beliebter werdenden lieblichen Mosel eine günstige Übernachtung bot.

Auch die Straußwirtschaft, genau an der Stelle, wo in 35 Jahren ein Hotel entstehen sollte, war ihre Idee, um den eigenen Wein auszuschenken. Der kostete zwar nur 70 Pfennig die Flasche, versprach aber ein kleines Zusatzgeschäft. Und wie selbstverständlich stand ja auch noch eine Kuh (Hermine), ein Schwein (ohne Namen) und ein Kälbchen -wenn Hermine so freundlich war- im Stall. Somit konnte die kleine Familie Bömer, es waren jetzt Josef, Hermann und Hildegard dazugekommen, mit Ihrer Schneiderei, dem Weinbau, der Landwirtschaft, den Hausstieren, der Straußwirtschaft und nun auch mit der kleinen Pension sich ganz gut über Wasser halten.

Als der 1. Weltkrieg 1918 endlich zu Ende war, Josef war gerade geboren, wuchs auch die Schar der Gäste, die bald alle auch Freunde der Familie wurden. Barbara kochte was das Zeug hielt. Gemüse und Obst aus eigenen Gärten im Überfluss und der Wein aus dem eigenen Weinkeller; der gute Herrenberg, auch nicht zu knapp. Die Gäste aus den großen Städten kamen und staunten. Sie konnten sich mal wieder so richtig satt essen und auch mal einen guten Schluck vom feinsten Wein trinken. Das alles für ein kleines Geld, inklusive geselligem Familienanschluss, das war schon der Hit.

Dann nach dem 2. Weltkrieg kam der Vinzenz hinzu. Schreiner kann man immer in der Familie gebrauchen. Die Hildegard fand Ihren Vinzi einfach umwerfend. Es entstand eine weitere Familie. Das waren jetzt die Gleißners. Auch diese Familie wuchs rasch, nicht zuletzt aufgrund der edlen Versorgung von Barbara mit ihren Gärten. Günter, Werner und Hermann waren die Namen der Zeit und langsam wurde es eng in dem Haus. Jetzt hatte Hildegard die einleuchtende Idee, denn sie kannte das ja von ihrer Barbara. Ein Hotel. Ein Hotel, das man Pension nannte -man traute sich noch nicht so ganz- entstand dann 1968 in Sichtweite zu der bestehenden Pension einfach auf der anderen Straßenseite.

Familie Gleißner, also Hildegard, Vinzenz, Günter, Werner und Hermann waren nun die Pension Bömer. 1962, ein Anbau musste sein. Größere Reisegesellschaften kamen von nun an auch unter und es begann ein reger Fremdenverkehr auch über die Grenzen hinweg. Bis im Jahre 1989 die Sonja aufschlug, die Karten wurden mal wieder neu gemischt. Werner und Sonja machten das Ding. Der Weinbau wurde outgesourct wie vor dem schon Hermine(die Kuh) und das Schwein. Dafür kamen einige neue Gästezimmer hinzu, jetzt waren es schon 35 und viele weitere Annehmlichkeiten für die immer größer werdende Schar der Gäste. Die Zeiten ändern sich, aus Überleben wurde Leben, Leben auf dem Lande. Für unsere Gäste immer noch eine sich lohnende Abwechslung in gesunder Luft mit regionalen Produkten und nicht zuletzt mit dem guten Moselwein.